Webinare – aber wie?

Ein bisher noch unterschätztes Marketing- und Kommunikations-Instrument ist das Webinar. Ich kam mit dieser „Wunderwaffe" erstmals vor fünf Jahren in Berührung. Damals rief mich ein Kunde an und fragte, ob ich für ihn ein paar Live-Webinare moderieren wolle. Zuvor hatte ich von dieser Form der Kommunikation nur mal flüchtig gelesen. Neugierig wie ich bin, sagte ich zu. „Hier kannst Du was lernen und wertvolle Erfahrungen sammeln", dachte ich mir und sollte Recht behalten.
Mittlerweile habe ich über 50 etwa einstündige - für die Teilnehmer kostenlose - Live-Webinare für verschiedene Kunden moderiert, die mit diesem Medium sehr effizientes Marketing betreiben. Die Teilnehmer haben durch Webinare den großen Vorteil, dass sie - ohne den Arbeitsplatz zu verlassen - an einer interaktiven Fortbildung teilnehmen können. Inhaltlich wurden bislang immer aktuelle Themen rund um die Logistik vermittelt. Sehr beliebt ist zum Beispiel das einmal jährlich stattfindende Webinar zum Thema „BAG-Förderung / DeMinimis" mit regelmäßig über 100 Teilnehmern.

Man braucht dazu (neben ein paar technischen Zutaten - siehe Liste unten) einen Fachexperten und einen Moderator, die sich gemeinsam an einer PowerPoint-Präsentation entlang arbeiten. Der Moderator sollte dabei immer wieder mit eigenen Fragen auflockern und natürlich die via Chat-Fenster hereinkommenden Telnehmer-Fragen an den Experten weitergeben, die dieser sofort beantwortet. Auf diese Weise entsteht eine lebendige Diskussion.

Was die Software angeht, beschränkt sich meine Erfahrung auf die Lösung „Go to Webinar" von Citrix. Diese Plattform ist inzwischen sehr leicht und selbsterklärend zu bedienen. Für den Beginn sollte man sich einen kostenlosen Test-Account mit einer 30-ägigen Gültigkeit besorgen (geht ganz einfach online). Mit wenigen Handgriffen lässt sich damit ein voll funktionsfähiges Webinar anlegen und terminieren, das dann sofort über einen Link erreichbar ist. Dieser Link kann an die potenziellen Teilnehmer mit einer Einladung verschickt werden - je größer die eigene Adressdatenbank, desto besser. Außerdem kann der Link auf der eigenen Website beworben werden. Mit Hilfe des Links können sich die Teilnehmer für das Webinar anmelden. Als Administrator wird man ab jetzt über jede neue Anmeldung zum Webinar informiert.

Am eigentlichen Webinar-Termin sollte man als „Gastgeber" spätestens 15 Minuten vor Beginn online gehen und die wichtigsten Einstellungen vornehmen. Es empfiehlt sich das Arbeiten mit zwei Bildschirmen: Auf dem einen werden die Teilnehmer-Fragen eingeblendet. Der andere Monitor ist für die PowerPoint-Präsentation sowie das Kontroll-Fenster der eingebauten Kamera reserviert (damit sichergestellt ist, dass Moderator und Fachexperte gut sichtbar sind und nicht halb aus dem Bild herausrutschen). Sie werden sehen, dass sich bereits zehn Minuten vor dem Start des Webinars die ersten Teilnehmer einfinden, was Sie am Dashboard verfolgen können.

Nach dem Ende des Webinars (empfohlene Dauer 45 bis 60 Minuten) lässt sich im System eine komplette Liste aller Teilnehmer mit Mail-Adresse und weiteren freiwilligen Angaben abrufen - ein tolles Akquisitions-Tool zum späteren „Nachgreifen". Ein weiterer großer Nutzen von Webinaren ist der Image-Effekt für den Anbieter, denn Webinare bedeuten Service und Fachwissen. Nicht zuletzt eignen sich Webinare auch für interne Schulungen, was besonders für Unternehmen mit mehreren Niederlassungen interessant ist.

Die Zutaten zu einem guten Webinar:

• Online-Zugang zu einer Webinar-Software (zum Beispiel "Go to Webinar")
• Möglichst viele E-Mail-Adressen von Kunden und potenziellen Interessenten
• Moderator
• Fachexperte
• Zwei Bildschirme
• PC oder Notebook mit eingebauter Kamera
• Audio-Schnittstelle
• Externes Mikrofon mit kleinem Mikrofon-Ständer

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